Häufigkeit und Stadien

Derzeit  leiden etwa 75% der über  70 Jährigen Bundesbürger an einer Arthrose. Betrachtet man die demographische Entwicklung in Deutschland mit zunehmendem Patientenalter und der besorgniserregenden Zunahme adipöser junger Menschen in Deutschland, so ist in den kommenden Jahren mit einer immensen Zunahme der arthrosebedingten Gesundheitsaufwendungen zu rechnen.

 

Je nach Kausalität der Arthrose unterscheidet man die primäre (idiopathische) von der sekundären Arthrose, bei der systemische Erkrankungen oder Achsdeformitäten zu Grunde liegen. Die klassische Klassifikation der Arthrose erfolgt nach den radilogischen Kriterien von Kellgren und Lawrence – hier werden 4 Arthrosegrade unterscheiden (siehe Tabelle 1).

 

Die Arthrose / Osteoarthrose ist aufgrund der fehlenden Regenerationsfähigkeit des Gelenkknorpels als chronische, progrediente Erkrankung mit zunehmender Funktionseinschränkung zu betrachten, deren Behandlung die langfristige Einbindung des Patienten in ein individuelles Arthrosemanagement erforderlich macht. Das Arthrosemanagement sollte folgende Einzelkomponenten erfassen, die auf die individuellen Bedürfnisse / Vorraussetzungen des zu behandelnden Patienten abgestimmt werden müssen:

 

  • Anpassung des Lebenswandels
  • Gelenkspezifische Bewegungsübungen / Physiotherapie
  • Orthesen / Bandagen
  • Symptomatische medikamentöse Therapie
  • Chondroprotektiva / Disease modifying drugs
  • Operative Interventionen (optional)

 

Stadieneinteilung der Arthrose nach Kellgren und Lawrence

 

I  Fragliche Arthrose keine    Gelenkspaltverschählerung

Grad der Arthrose Klassifikation Beschreibung
II  Geringe Arthrose  geringe  Gelenkspaltverschählerung
III  Mäßige Arthrose  Gelenkspaltverschählerung, knöcherne Ausziehungen (Osteophyten)
IV  Schwere Arthrose  ausgeprägte Gelenkspaltverschmählerung, Deformierung der beteiligten Knochen

 

Tabelle 1: Radiologische Klassifikation der Arthrose nach Kellgren und Lawrence (1957)